SEHENSWUERDIGKEITEN

Ein Kulturweg durch die Echternacher Altstadt
 

1.Beginn des Rundganges vor dem Fremdenverkehrsamt (bei der Basilika)

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2. SANKT WILLIBRORDUS BASILIKA

Ein Kulturweg durch die Echternacher Altstadt
 

1.Beginn des Rundganges vor dem Fremdenverkehrsamt (bei der Basilika)

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2. SANKT WILLIBRORDUS BASILIKA

Kurz nach dem Jahre 700 dürfte Willibrord eine erste Kirche, die quer unter dem Mittelschiff lag, erbaut haben. Ueberreste der 21 m langen merowingischen Anlage wurden nach dem II. Weltkrieg freigelegt. – Eine zweite Kirche gegen 800 errichtet, besass etwa die gleichen Ausmasse wie die heutige. Nach einer Feuersbrunst im Jahre 1016, war der Neubau 1031 abgeschlossen. Das Hauptmerkmal dieser romanischen Basilika ist der Stützenwechsel, der später Nachahmung im Rheinland fand. 1794, Plünderung durch französische Revolutionstruppen; die Basilika wird zur Faience-Fabrik. Ab 1861 bemüht der Willibrordus-Bauverein sich um eine Restaurierung im neogotischen und neoromanischen Stil. Zerstörung während der Rundstedt-Offensive 1944. Wiederaufbau von 1948 bis 1953. Die Krypta dürfte bis in die karolinische Zeit zurückgehen; die Freskomalereien entstanden im 14. Jh. Direkt an der Basilika liegen die Abteigebäude

 

3. BENEDIKTINERABTEI

Beim Verlassen der Basilika wenden wir uns nach rechts und stehen vor dem Prälatenflügel der Abtei, die 1727-1736 im lothringischen Baustil entstand. Der quadratische Bau von je 75 m Front mit Kreuzgang und Binnenhof war von Architekt Léopold Durand aus St. Avold entworden und von der Baumeisterfamilie Mungenast aus Oesterreich errichtet worden. 1797 wird die Abtei aufgehoben, seit 1899 beherbergt sie ein staatliches Gymnasium.

 

4. DAS ABTEIMUSEUM

An der rechten Ecke des Abteigebäudes (Seite Basilika) befindet sich im Untergeschoss ein bemerkenswertes Museum.

 

5. KLOSTERGARTEN UND 0RANGERIE

Vom Mittelteil des Prälatenflügels aus gehen wir auf die Rotunde zu, passieren einen Rundbogen mit schmiedeeisernem Tor und entdecken die ehemaligen Gartenanlagen des Klosters und die Orangerie.(1735-1736) Die Statuen an der Fassade stellen die vier Jahreszeiten dar. Die Skulpturen sollen aus dem Umkreis des Würzburger Bildhauers Ferdinand Tietz stammen. Der Weg führt zurück in den Prälatenhof und von dort in den mit Kastanienbäumen bepflanzten Osthof.

Wir betreten auf der linken Seite unter den Arkaden der ehemaligen Wirtschafgebäuden (heute Schule) den Weg, der in den Stadtpark führt, ein. Im ehemaligen Lustgarten der Abtei, am Ufer der Sauer, liegt ein fünfeckiges Gebäude, der Pavillon.

 

6. STADTPARK UND PAVILLON

Er wurde 1761 von Paul Mungenast im Rokokostil erbaut. Im Inneren befindet sich ein kleines Museum über Architektur (siehe: Museen). Beim Verlassen des Pavillons gehen wir nach links, durchqueren den Stadtpark und begegnen 3 Bildtafeln mit folgenden Themen: Einfluss der Abteigärten auf Privatgärten; die Echternacher Schiffsbauer; die Sauerbrücke im Laufe der Geschichte. Wir verlassen den Stadtpark vor der Brücke und sehen rechts einen Teil der Stadtmauer mit Wehrgang. Wir wenden uns nach links, biegen an der Grenzbrücke in eine parallel zur Hauptstrasse liegende schmale Strasse ein und erreichen die Stadtmauer. Variante: Gehen Sie unter der Brücke hindurch an einem Steingarten vorbei (6A), und etwas weiter gelangen Sie rechts durch einen kleinen Tunnel zur Stadtmauer.

 

7. STADTMAUER

Die Befestigung der Stadt, die in einer primitiven Form ins 10. Jh. zurückgehen soll und im 13. Jh. ausgebaut wurde, war mit 20 Schalentürmen, 4 Stadttoren und einer 2000 m langen Mauer versehen. Ein Grossteil der Anlage wurde erst im 19. Jh. zerstört. Die noch erhaltenen Türme wurden 1813 versteigert und zu Wohnzwecken ausgebaut. Am Eckturm vorbei, gehen wir den 12-15 m breiten Stadtgraben entlang, der stellenweise 1998 wieder mit Wasser versorgt wurde. Wir kommen nach und nach an 3 weiteren Türmen vorbei, die in den letzten Jahren, besonders in der rue Hoovelecker Buurchmauer zu touristischen Zwecken umgenutzt wurden. In dieser Strasse fällt auf der rechten Seite das imposante Bürgerhospital auf. Wir überqueren die rue de Luxembourg, nehmen die rue des Tonneliers und gelangen in die rue Duchscher. Das Schild am Boden führt uns in eine kurze Sackgasse an deren Ende wir völlig überraschend vor einem gothischen Haus stehen.

 

8. GOTISCHES HAUS

Dieser seltene Zeuge des mittelalterlichen Echternachs war 1996 teilweise eiingestürzt, wobei manche Fenstersteine zu Schaden kamen. Die 1995 vorgenommenen photogrammetrischen Aufnahmen erlaubten im Jahre 2000 den Wiederaufbau. Die dreilappigen Fensterstürze sind mit einigen aus Metz und Trier zu vergleichen, was auf die Bauweise der ersten Hälfte des 14. Jh. zurückführt. Diese Annahme wird durch dendrochronologische Untersuchungen (Altersbestimmung durch Jahresringe) bestätigt. Demnach stammen die Balken der Hausdecke von Bäumen, die im Jahre 1299 gefällt wurden. Wir gehen zurück zur rue Duchscher, durchqueren den oberen Teil der Fussgängerzone und erreichen den Marktplatz mit seinen prächtigen Patrizierhäusern und dem Justizkreuz in seiner Mitte.

 

9. JUSTIZKREUZ

Dieses Kreuz mitten auf dem Markt, im Dialekt „Urtsel genannt, d. h. Urteilssäule, sollte im Mittelalter zeigen, dass der Abt, der Herr über das Recht war. Schon 1774 wollten die Bürger das Symbol der mittelalterlichen Herrschaft niederreissen und durch einen Brunnen ersetzen. 20 Jahre später rissen dann die französischen Revolutionstruppen das Kreuz nieder. Erst 1938 wurde es vor dem Stadthaus wieder errichtet, um dann 1944 wieder zerstört zu werden. 1982 wurde es nach Plänen aus dem 18. Jh. wieder an seinem ursprünglichen Standplatz errichtet. An einer Ecke des Platzes fällt vor allem der sogenannte “Denzelt” auf.

 

10. DENZELT

Es ist der ehemalige Justizpalast, der teilweise in die zweite Hälfte des 14. Jh. zurückreicht und nach dem Brand von 1444 in seinen grossen Linien das heutige Aussehen erhielt. Der Denzelt, auch „Dingstuhl“ genannt (die Jahrgedinge wurden in der offenen Halle mit Spitzbögen abgehalten) ist also der Sitz des Gerichtes gewesen, in dem es auch eine Folterkammer und ein Gefängnis gab. An den grosszügigen Fensterrahmen stellt man den Uebergang der Gotik auf die Renaissance fest. Bei den Renovierungsarbeiten im Jahre 1898 wurden die Statuen neben der Gottesmutter, König Salomon und die die Kardinaltugenden darstellen in die Fasssade eingefügt. 1993 wurde das Denkmal erneut restauriert. Wir verlassen den Marktplatz über die rue de la Montagne, gehen vorbei an den Gedenksteinen zum 1300jährigen Bestehen der Stadt und steigen dann die Treppe zur Peter- und Paul-Kirche hinauf.

 

11. PETER- UND PAULKIRCHE

Diese ist auf den Mauern einer römischen Anlage erbaut. In der merovingischen Zeit dürfte hier schon das kleine Kloster gestanden haben, das Aebtissin Irmina aus Oeren bei Trier dem Mönch Willibrord im Jahre 698 schenkte. Im 10. u. 12. Jh. wurde die Kirche ausgebaut u. mit 3 Schiffen versehen, die dann 1480 um ein gotisches Gewölbe bereichert wurde. Die Gewölbemalereien entstanden in der Spätgotik. In der Folgezeit kam es noch zu mehreren Umbauten.

Wir steigen die Treppe (Nordwest) hinunter und kommen am Denkmal für die Opfer des II. Weltkrieges vorbei und stehen vor dem sogenannten Hihof.

 

12. HIHOF

Das kleine Gebäude beherbergt heute das Museum der Vorgeschichte. Die Ursprünge des Gebäudes (vielleicht ein Bauernhaus) sind ungewiss. Das eingewölbte Untergeschoss dürfte aus dem 15. Jh. stammen. An der Fassade sind spätgotische Spuren zu finden. Es war lange Zeit Hospiz, dann Keramikfabrik, Schule u. Wohnhaus, bevor es ein sehenswertes Museum wurde. Wir wechseln auf die andere Strassenseite der rue du Pont, kommen am Willibrordusbrunnen vorbei, steigen unmittelbar dahinter die Treppe hoch und erreichen eine kleine Gartenanlage.

 

13. GARTENPAVILLON – PARLODROM

Am Eingang stossen wir auf eine der „12 Stèles“, die für die Jahrtausendwende im Lande Luxemburg errichtet wurden. Die Musik, die beim Herrannahen erklingt, wurde vom Musikpädagogen Jean-Marie Kieffer, komponiert. Im Hintergrund wartet ein restaurierter Gartenpavillon, der Texte über Echternach in 5 Sprachen anbietet. Ueber Knopfdruck (unter dem Fenster) darf man sich Aussagen von Dichtern und Historikern anhören. Will man in eine andere Sprache überwechseln, muss zuerst der unterste Knopf gedrückt werden.

Ausserhalbder Stadtmauer in Richtung Luxemburg (Westen) befinden sich zwei weitere Denkmäler die etwas ausserhalb des beschriebenen Kulturwegs liegen. Gehen sie in Richtung Luxemburg durch die Baumallee am Bach entlang und Sie gelangen zu einer kleinen Kirche.

 

14. MUTTERGOTTESKAPELLE

Sie wurde 1654 von Abt Petrus Fisch im Stil der Spätrenaissance erbaut, diente als Kirche für diesen Stadtteil und als Garnisonskapelle. 1944-45 beschädigt, wurde sie zwischen 1947 u. 1952 renoviert. Wenn Sie weiter dem Bach folgen, kommen Sie ins Erholungsgebiet.

Am Eingang gehen Sie links bis zur Römervilla.

 

15. ROEMERVILLA

Sie ist eine der grössten Zentraleuropas (118 x 62 m). Sie wurde 1975, bei den Aushubarbeiten für den künstlichen See entdeckt.

5 Bauphasen erstrecken sich vom 1. bis zum 5. Jahrhundert. Besteigen Sie zuerst das als Terrasse ausgelegte Flachdach des modernen Gebäudes um einen Gesamtüberblick der Anlage geniessen zu können und um sich an Hand von Erklärungstafeln bestens informieren zu können. Was Sie sehen, ist der ehemals bewohnte Teil des Palastes (pars urbana); die Wirtschaftsgebäude (pars rustica), die sich in Richtung Stadt erstrecken sind noch nicht ausgegraben. Der Eintritt zur Villa geschieht durch das kleine Museum, genannt Infoforum.

Bei der Besichtigung der gesamten Anlage, werden Sie informiert an Hand von Rekonstruktionsversuchen auf Bildtafeln in 3D. Sie wandeln durch die Überreste der etwa 70 Räume, sie stossen auf eine Heizungsanlage, Bäder, eine Sauna, den grossen Empfangssaal, der mit kostbaren Mosaiken ausgestattet war, den Fischweiher usw.

Am Nordwest-Rand führt der Weg durch einen römischen Garten HORTUS AMOENUS, indem die von den Römern gezüchteten Pflanzen aus den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung angepflanzt wurden. In unmittelbarer Nähe, rechts hinter der Hecke, stossen Sie auf ein 150 m2 grosses Zelt AUDITORIUM, MUSICA ET VOX, genannt, in dem Musik, Gedichte u. Reden aus der Römerzeit vorgetragen werden.

Das Zelt eignet sich aber auch für Vorträge, Gruppenaktivitäten, römische Theaterstücke u. Konzerte.